Adsense: Welche Besucher bringen das Geld?

Eine Analyse der Google-Analytics-Daten eines ganzen Jahres

Ein gutes Jahr lang habe ich Adsense auf meinem Blog Der Privatanleger eingesetzt. Da bietet sich eine kleine Rückschau mithilfe von Daten aus Google Analytics an: Wo kommen eigentlich die Besucher her, die meinem Blog das Geld gebracht haben? Und auf welche Besucher kann man als Blogbetreiber eher verzichten (wenn man nur aufs Geld schaut)?

Ausgewertet habe ich den Zeitraum von Anfang Juni 2009 bis Ende Mai 2010 mit insgesamt 50.935 Besuchen und 116.805 Seitenaufrufen. 34.144 Besuche erfolgten dabei über Suchmaschinen (organic), 8.843 über verweisende Websites und 7.682 Besuche kamen durch direkte Zugriffe zustande. Hinzu kamen 266 Zugriffe in der Kategorie „Sonstiges“. Unter anderem dürfte das Verbraten eines Adwords-Gutscheins in diese Kategorie fallen.

Direkte Zugriffe, Suchmaschinen und verweisende Websites

Zunächst zu den direkten Zugriffen: 61,9 Prozent der Zugriffe bestanden aus neuen Besuchen – das ist deutlich unterdurchschnittlich. Ebenfalls unterdurchschnittlich war die Absprungrate mit 63,46 Prozent. Überraschung, Überraschung: Die Adsense-Clickthrough-Rate (CTR) ist sogar noch deutlicher unterdurchschnittlich. Sie lag bei lediglich 0,9 Prozent, das eCPM (die Einnahmen je tausend Page Impressions) betrug entsprechend 4,77 $. Muss ich es noch schreiben? Das lag gute 48 Prozent unter dem Website-Durchschnitt. Verzerrt werden die Werte sicher, weil meine eigenen Klicks im Wesentlichen auch unter diese Kategorie fallen dürften.

Bei den Zugriffen, die über Suchmaschinen zum Privatanleger kamen, sieht das Bild naturgemäß leicht anders aus. Der Anteil neuer Zugriffe lag bei sagenhaften 82,26 Prozent, die Absprungrate bei leicht unterdurchschnittlichen 61,71 Prozent. Die CTR betrug 2,35 Prozent und das eCPM 10,54 $ - es war also mehr als doppelt so hoch wie bei den direkten Zugriffen.

Die verweisenden Websites schließlich lagen irgendwo in der Mitte – wenn auch nicht beim Anteil neuer Zugriffe. 58,05 Prozent noch niedriger als bei den direkten Zugriffen. Allerdings war auch die Absprungrate deutlich niedriger (also besser): 53,79 Prozent. Die CTR lag bei 1,56 Prozent, das eCPM bei 7,08 $.

Die Auswertung der verweisenden Websites lässt sich allerdings schwer beurteilen, weil diese Gruppe von Zugriffen sehr heterogen ist. Auf der einen Seite stehen Nutzer, die über die Blogrolls anderer Blogs oder direkt aus einem Feedreader kommen – mutmaßlich internet- und adblocker-affin. Auf der anderen Seite gibt es Besucher von Quellen wie Infopirat.com, Yigg oder Mister Wong, die letztlich über Google zur Seite gelangt sein dürften – wenn auch über Umwege.

Adsense: Verweisende Websites, Clickthrough-Rates und eCPM

Also lohnt sich vielleicht ein Blick auf die eCPMs der Zugriffe über die einzelnen Verweis-Websites (auch wenn die Stichprobe allmählich sehr klein wird):

  • Infopirat.com: 795 Besuche, eCPM 9,76 $
  • Mister Wong: 737 Besuche, eCPM 16,40 $
  • Bloggerei: 702 Besuche, eCPM 0,00 $
  • Google.de: 687 Besuche, eCPM 6,34 $
  • Geldanlage-Finanz-Blog: 597 Besuche, 7,26 $
  • MMUI: 532 Besuche, 1,49 $
  • Yigg: 526 Besuche, eCPM 12,40 $
  • Tagmarks: 523 Besuche, 4,43 $

Richtig eindeutig wird das Bild auch jetzt nicht. Ich könnte die Daten auch noch mal aggregieren und nach Besuchern von anderen Blogs, von Social-Bookmarking-Diensten und von Twitter (ist in Google.de enthalten) gruppieren. Aber die Tendenz dürfte auch so klar sein: Die Besucher, die über Social-Bookmarking-Dienste kommen, lohnen sich am meisten. Blogger sind keine interessante Zielgruppe (siehe die Zahlen zur Bloggerei, zum Geldanlage-Finanz-Blog und zu MMUI).

Was lernen wir daraus? Eine gute Optimierung für Suchmaschinen ist vermutlich immer noch das A und O, wenn es um eine Monetarisierung eines Blogs durch Adsense geht.

Und eine kurze Anmerkung zum Schluss: Da ich das Blog als Hobby betreibe, habe ich weder professionelles SEO noch irgendeine Form von Adsense-Optimierung betrieben. Damit wären sicher ganz andere CTRs möglich – und vielleicht würde sich auch die gesamte Aussage einer solchen Statistik verändern.

Zum Weiterlesen

drei Kommentare

Tadeusz Szewczyk

Dazu sollte vielleicht erwähnt werden, dass die Besucher von Mister Wong und YiGG auch mittelbar über Google kommen. Sie finden halt den dortigen Link bei Google statt den im Blog.

Tadeusz Szewczyk (E-Mail ) (URL) - 29-06-’10 20:02
Holger

Hi Tadeusz,

da sieht man mal wieder, wie klar ich mich ausgedrückt habe. Du hast natürlich völlig Recht, aber eigentlich habe ich das schon geschrieben:

“Auf der anderen Seite gibt es Besucher von Quellen wie Infopirat.com, Yigg oder Mister Wong, die letztlich über Google zur Seite gelangt sein dürften – wenn auch über Umwege.”

;)

Holger (URL) - 29-06-’10 20:29

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