Twitter: 5 Dinge, die ich an Dir hasse
Vom Auto-Marketer bis zum Freitags-Fanatiker - Microblogging kann so anstrengend sein
Ich gehöre sicher nicht zur Twitter-Avantgarde im Lande, aber nach mehr als einem Jahr ziemlich regelmäßigen Tweetens (Twitterns?) mag ich das Gezwitscher ziemlich gerne. Allerdings ist nicht nur mein Spaß an Twitter gewachsen, auch die nervigen Kleinigkeiten fallen mir immer öfter auf. Gerade in den letzten Wochen. Zeit, ein bisschen Dampf abzulassen: Hier sind 5 Dinge, die ich an Twitterern wirklich hasse.
5. Links, die jeder kennt - und zwar ausschließlich
Okay, hassen ist vielleicht zu viel gesagt, wenn es um die Nummer 5 in meinen Twitter-Flop-Five geht. Aber Accounts, deren gesamte Twitter-Tätigkeit aus dem Veröffentlichen von Links zu SPON- und Handelsblatt-Artikeln besteht, sind für mich ziemlich verzichtbar. Wenn ich meine Timeline anschaue, dann hoffe ich auf den einen oder anderen Verweis auf weniger bekannte Quellen. Auf Quellen, die ich nicht sowieso jeden Tag lese. Und außerdem: Wenn jemand anderes all diese Handelsblatt-Links postet, kann ich sie schlecht eine halbe Stunde später noch mal posten. Wie sähe denn das aus?
4. Wenig, aber davon viel
Ich weiß, die Verbreitung unnützer Infos ("Hmpf - Spülung kaputt") gehört seit jeher zu Twitter. In meiner Timeline brauche ich den Scheiß trotzdem nicht. Jedenfalls nicht in Massen. Accounts, deren Existenzberechtigung einzig darin besteht, die Welt über jeden Schritt ihrer Inhaber zu unterrichten, fliegen bei mir deshalb regelmäßig und schnell raus. Ein bisschen davon mag ja gut sein. Aber ein bisschen mehr ist des Guten zuviel. Ja, ich weiß: Wenn Sascha Lobo unnützes Zeug aussendet, ist das mindestens cool und vielleicht sogar Kunst. Egal, ich brauch es nicht.
3. Der automatisierte Willkommensgruß
Ich habe keine Ahnung, welcher intelligente Marketing-Mensch zum ersten Mal auf die Idee kam, seine Follower mit einer automatisierten Direktnachricht zu begrüßen. Was ich weiß: Damals war das vermutlich eine gute Idee. Heute ist es eine Plage. Wer mich mit einer Auto-Nachricht begrüßt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich kurz darauf nicht mehr zu seinen Followern gehöre, um gefühlte 40 Prozent. Wer die Willkommensnachricht mit einem Hinweis auf irgendeinen Download (kostenlos!) oder seine Facebook-Seite verbindet, darf die Wahrscheinlichkeit noch mal eben verdoppeln. Diese Unsitte scheint nach wie vor besonders bei so genannten "Social-Media-Experten" verbreitet zu sein. Komisch: Die Experten, die ich kenne (wie @danzarrella), empfehlen alle, den Mist zu lassen.
2. Es lebe die Wiederholung!
Langsam wird es wirklich schlimm. Leider gibt es das tatsächlich: Zeitgenossen, die immer wieder die gleiche Nachricht tweeten. Immer wieder. Und immer wieder. Im Stundentakt, im 30-Minuten-Takt, was weiß ich. Eine Werbebotschaft, natürlich. Viel gibt's dazu nicht zu sagen. Außer vielleicht: Spammer sind schon schlimm, wenn es um E-Mails oder Blog-Kommentare geht. Auf Twitter nerven sie aber besonders heftig.
1. FollowFriday, drei Stunden lang
Eigentlich war ich mir sicher, dass die Werbe-Spammer in meiner Hass-Liste einen sicheren ersten Platz belegen würden. Dann allerdings kam der vergangene Freitag. Irgendjemand, dem ich noch nicht lange folgte, legte morgens um 7 mit seinem FollowFriday-Programm los. Das hieß: Er empfahl seinen Followern jeden einzelnen Account, dem er folgte. Und das waren viele. Stundenlang folgte ein #FF-Tweet dem nächsten - jeder mit einem dämlich-freundlichen Zusatz wie "Ein Muss für eure Timeline". Irgendwann beendete ich das Trauerspiel. Seither denke ich darüber nach, wie ich die Welt dazu bringen kann, eine #UnfollowHour einzuführen, in der man täglich Accounts benennen kann, denen bloß niemand folgen sollte...

neun Kommentare
Twitter hat keinen festen Nutzungsrahmen, jeder nutzt es auf seine eigene Weise. Sei es für persönliche Statusupdates, für den Auftritt als Alleinunterhalter, als Medium für die Verbreitung von Infos und News-Artikeln oder im schlimmsten Fall einfach nur als Werbekanal. Und es gibt noch so viele andere Nutzungsarten.
Was dem einen Nutzer gefällt findet der nächste extrem nervig. Das ist die grausame Twitter-Realität. Luft machen ist natürlich erlaubt und manchmal auch ganz nützlich um sich klar zu werden was man selbst von Twitter erwartet. Ich stimme dir in vielen Punkten zu, jedoch nicht in allen. Zumindest bei Punkt 3. und 2. sind wir aber komplett einer Meinung :)
LG Piet
Hi Piet,
ich weiß: Vor allem 4. und 5. sind ziemlich sicher reine Geschmackssache. Und der FollowFriday ist an sich ja auch eine schöne Einrichtung.
Grüße
Mal wieder meine volle Zustimmung :) Vor allem Punkt 3 ist mein Favorit. Bei mir ist die PM nach Add eine 100% Garantie sofort wieder entfollowt zu werden…
Haha, ich stimme auch bei allen fünf Dingen zu, aber ich hoffe doch, Du meinst das etwas ironisch. Keiner muss sich das antun. Unfollow und Twitter-Suche hauen es wieder raus.
Keine Angst, bierernst ist das alles nicht gemeint. Ich kriege sicher nicht jedes Mal schlechte Laune, wenn ich auf meine Timeline schaue. Ich wollte nur lieber über Dinge schreiben, die mich an anderen nerven als über meine eigenen Twitter-Fehler. ;)
Mich stört vor allem die 3. Aber Twitter im großen Ganzen ist nicht wirklich mein Ding. Wie auch immer… Holger, ich habe da was heute für dich online gestellt. :)
Angenehmes Wochenende und bis bald, Alex
Ich hab noch einen zu 5.: Es gibt offenbar tatsächlich Menschen, die automatisch die Nachrichten der Netzeitung in Twitter importieren lassen – obwohl die Netzeitung an sich ja schon völlig ohne Redaktion betrieben wird. Das finde ich auch sehr merkwürdig.
Und ansonsten: Danke, Alex!
Zum Thema 4. Ich bin der Meinung, egal welche Technologie auch immer es geben wird, diese sollte sinnvoll eingesetzt werden. Sonst wird man zu gemüllert. Wie Ihr schon geschrieben habt.
Bei mir hieß Steffen noch Frank als er seinen Spamkommentar zwecks Linkaufbau abgelassen hat :P hihi